Wie viele genmanipulierte Lebensmittel essen wir wirklich?

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Jede Woche füllt sich der Einkaufswagen und Sie entscheiden, was wenige Tage später auf den eigenen Tisch kommt. Entscheiden Sie wirklich? Stimmen Aufdruck und Inhalt überein und wissen Sie eigentlich, was letztendlich in Ihrem Magen landet? Was ist gesünder: genfrei oder genmanipuliert? Macht es Sinn, Lebensmittel zu kaufen, die frei von Gentechnik sind?
In verschiedenen Ländern wie z.B. den USA oder auch Kanada geht man mit dem Thema „Genmanipulation“ schon seit geraumer Zeit „entspannter“ um. Bereits seit 1996 wurden beispielsweise in den UA die ersten genveränderten Pflanzen zugelassen. Heute findet sich in den Supermärkten kaum noch ein Produkt dass „völlig natürlich“ hergestellt worden ist.

Die Lage in Deutschland

In Deutschland selbst ist es untersagt, Lebensmittel direkt durch Spritzen zu manipulieren, um das Erbgut zu verändern. Die indirekte Genmanipulation hingegen, durch die Fütterung genmanipulierter Lebensmittel an Rinder, ist nicht untersagt. Es gibt also viele Möglichkeiten, dass wir Genmanipulierte Nahrungsmittel zu uns nehmen.

 

Gentechnologie in der Landwirtschaft: gezielte Veränderung der DNA

In einem ersten Schritt ist es empfehlenswert, sich mit der Begrifflichkeit der Gentechnik auseinanderzusetzen. 1977 probierten amerikanischer Forscher Eigenschaften (Gene) einer Pflanze, auf eine andere zu übertragen. Gene lassen sich mit Blaupausen vergleichen. In der Gentechnik ist man in der Lage, diese Blaupausen durch das Verknüpfen und Schneiden der DNA gezielt zu verändern. Den Genetikern ist es möglich, spezifische Gene von einem in den anderen Organismus zu verpflanzen. Ist eine Pflanze zum Beispiel resistent gegen Herbizide, wird diese Eigenschaft auf eine andere Pflanzen übertragen, um den Nährwert und wirtschaftlichen Ertrag zu optimieren.

Ein negatives Beispiel in Puncto Gentechnik ist die Tomatensorte flavr – savr, diese wurde als „Anti-Matsch Tomate“ bezeichnet. Nachdem sie Mitte der 90er Jahre auf dem amerikanischen Markt eingeführt wurde, kam auch einige Jahre später, 1997, das Aus für sie. Ein Grund war, dass die Tomate eine Residenz gegenüber dem Wirkstoff Kanamycine, ein Antibiotikum, enthielt. Durch den Verzehr dieser Tomate kam es dazu, dass Medikamente mit diesem Wirkstoff wirkungslos blieben.

Fakt ist: Wir haben gegen Gentechnik im medizinischen Bereich nichts einzuwenden. Wie sieht es mit der Gentechnik in Anwendungen auf die Viehhaltung und den Anbau von Lebensmitteln aus? Bis zum heutigen Tage konnte die Risiken, die von diesen Lebensmitteln ausgehend, noch nicht ausreichend abgeklärt werden. Zwei komplexe Einflussbereiche sind betroffen. Es ist auf der einen Seite von der Umwelt und auf der anderen Seite von Ihrer Gesundheit die Rede.

Sind wir bereits krank? Zukunftsprognosen tappen in unwissender Dunkelheit

Im Bereich der Gesundheit können Forscher zum heutigen Tage nicht von ernstzunehmenden, gesundheitsgefährdenden Folgen ausgehen. Eine Pflanze, die auf Gentechnik zurückgeht, kann nicht in Bezug auf die Erbsubstanz und die Eiweiße von den natürlichen Pflanzen unterschieden werden. Versuche an Mäusen und Schweinen hätten mittlerweile jedoch gezeigt, dass sich die Aufnahme von Gentechnik-Lebensmitteln auf den eigenen Verdauungstrakt auswirkt. Hierbei handelt es sich um den horizontalen Gentransfer. Durch die Aufnahme von Gentechnisch verändertem Futter, gelangen die veränderten Komponenten in den Magen und setzen sich in Mikroorganismen fest. Insbesondere Tiere kommen sehr schnell mit Genmanipulierten Produkten in Kontakt: Egal ob es sich dabei um veränderte Medikamente handelt oder die „zufällige und technisch unvermeidbare Verunreinigung unter 0,9%“ (BMELV 2008) des Tierfutters. Der Mensch wiederum nimmt diese gentechnisch veränderten Bestandteile in Form von Käse, Milch oder Fleisch auf.
Diese Art der Ernährung, egal ob für Mensch oder Tier, ist mit Sicherheit auf Dauer ungeeignet. Wer kann genau sagen, wie sich gentechnisch veränderte Lebensmittel, egal ob absichtlich oder unabsichtlich, auf den Menschen auswirken. Viele unserer Kunden klagen über Mündigkeit, Schlappheit, Antriebslosigkeit, usw. Diese Symptome haben in den letzten Jahren stark zugenommen und die Ursachen hierfür sind nicht immer klar. 

Langzeitstudien sind 16 Jahre nach der Zulassung einer Maisgentechpflanze jedoch die Ausnahme. So verändert die Gentechnik Pflanze, weltweit die Natur indem sie sich auch unkontrolliert ausbreitet. Dieser vertikale Gentransfer geschieht unter anderem durch das die Übertragung von Pollen durch die Luft oder durch Bienen. Der Mensch hat bereits über die Verbreitung dieser Pflanzen die Kontrolle verloren. Europaweit hatte man in den letzten Jahren 45 Gentechpflanzen zugelassen. Dabei nehmen vor allen Dingen die Maissorten einen dominanten Part mit 26 Arten ein. Schädlinge können sich durch die Verbreitung der Gentechnikpflanzen verändern. Über den Einsatz von Gentechnik wird der Einsatz von Chemikalien in der Landwirtschaft um ein Vielfaches angehoben, dies wirkt sich wiederum auf unsere hiesige Wasserqualität aus. Unkräuter können sich nach einer Kreuzung mit Gentechpflanzen ausbreiten, da sie zum Beispiel gegen Herbizide resistent sind. Eine gleiche Verteilung der Gene führt zu einer reduzierten Vielfalt der Biosphäre. Dies muss sich unmittelbar auf unser Ökosystem einwirken. Das ökologische Gleichgewicht gerät aus den Ufern und führt zu Risiken, die man in unmittelbarer Gegenwart noch nicht abzusehen vermag.

Gelockerte Gesetzgebung macht den Weg für Gentechnik frei?

Tierschutzorganisationen verstehen die Gentechnik als Komplize der Massentierhaltung. Wenn genmanipulierte Nahrungsmittel aus den Supermärkten verbannt sind, werden Tiere immer noch damit gefüttert. In diesem Fall ist von der grünen Gentechnik die Rede. Soja gehört zu den 80 Prozent der Gentechpflanzen in der Fütterung. Diese wandern zu einem Großteil in die Schweine- oder Geflügelmast. Haben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, dass nur ein einziges ausgetauschtes Gen erhebliche Auswirkungen auf den gesamten Organismus haben kann?

Darüber hinaus breiten sich gentechnisch veränderte Organismen frei und unkontrolliert aus. Gerade den kleinen Bauern, Imkern und Betrieben der Landwirtschaft macht die Entwicklung und Verwendung genmanipulierter Lebensmittel und Rohstoffe im großen Stil Angst. Auf diese Weise wird es zukünftig unmöglich sein, eine realistische Chance auf dem Markt beizubehalten. In der Vergangenheit haben wir bereits gesehen wie sich genmanipulierte Produkte auf den menschlichen Körper auswirken, dies war nicht immer von Vorteil für den Menschen.
Seit dem Jahr 2009 existiert ein Siegel „Ohne Gentechnik“ – diese Produkte sind nicht verändert worden – weder direkt noch indirekt. Doch leider ist diese Kennzeichnung bisher eine freiwillige Angelegenheit, daher auch nicht zu 100 Prozent vertrauenswürdig. Ab dem Jahr 2015 soll zum Beispiel der genmanipulierte Mais mit der Kennziffer 1507 legal auf den deutschen Äckern angebaut werden. Es bleibt abzuwarten, wie die EU 2015 über die Gesetze bezüglich der Verwendung von genmanipulierten Lebensmitteln entscheidet. Dies wird einen entscheidenden Wendepunkt in der Landwirtschaft darstellen.

 

Konsumenten sollten streng darauf achten wo Sie Ihre Nahrungsmittel kaufen und was in den Nahrungsmitteln drin ist. In Reformhäusern und Naturkostläden kann man sich schon sehr sicher sein, Nahrungsmittel zu erhalten die keine genmanipulierten Komponenten enthalten. Für alle Verbraucher, die diesbezüglich noch einmal sicher gehen wollen, gibt es den Greenpeace Ratgeber Essen ohne Gentechnik“. Dieser Ratgeber wurde 2010 eingeführt und seit dem regemäßig aktualisiert. Die neuste Fassung aus dem Jahr 2017 finden Sie auf der Webseite von Greenpeace. Hier finden Sie eine Auflistung sämtlicher Firmen die einmal Genmanipulierte Rohstoffe verwenden und eine noch längere Liste mit Unternehmen die darauf verzichten.

Es heißt also noch mehr: Augen auf beim Lebensmittel-Kauf!

Grafiken:

https://stock.adobe.com/de/images/genfood-gen-weizen/67249231 © bluedesign

https://stock.adobe.com/de/images/genei/109926403

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