Frühlingszeit – Rhabarber Zeit

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Im Frühling fängt der Garten wieder an zu sprießen. Neben den Frühlingsblühern wie Tulpen und Narzissen, können auch die ersten Essbaren Pflanzen im Garten gedeihen.  Hierzu gehört der Rhabarber. Das Knöterichgewächs erfreut sich in Deutschland einer großen Beliebtheit, wenn auch der Name eigentlich etwas ganz anderes vermuten lässt. Der lateinische Name lautet Rheum rhabarberum. Dies wiederum wurde von rheu barbarum agbeleitet. Rheum steht für den Begriff Wurzel und barbarus heißt soviel wie ausländisch, fremd und auch barbarisch. Die Römer kamen in Russland zum ersten Mal mit der „Wurzel der Barbaren“ in Kontakt. Russland wurde damals als barbarisch angesehen und so erhielt der Rhabarber seinen unschönen Namen.

 

Ursprung des Rhabarbers

Auch wenn die Römer Rhabarber in Russland das erste Mal vorgefunden haben, so stammt er doch ursprünglich aus dem Himalaya Gebirge. Bereits im 3. Jahrtausend vor Christus wurde er in Asien als Heilpflanze eingesetzt. Im 11. Jh. Wurde er bereits in der abendländischen Medizin eingesetzt. In Russland wurde der Rhabarber erst ab dem 16 Jh. angebaut und von dort gelangte er ab dem 18. Jh. in die verschiedensten Winkel in Europa. In Deutschland wurde der Rhabarber erstmalig im hohen Norden kultiviert. 1848 wurde er in Hamburg-Kirchwerder angebaut und verbreitete sich von dort aus über Deutschland.

 

Welche Heilwirkung hat Rhabarber?

Beim Rhabarber wird unterschieden zwischen dem medizinischen Rhabarber (Medizinal-Rhabarber und China Rhabarber) und dem Gemüserhabarber aus dem heimischen Garten. Letzterer besitzt keine medizinischen Heilwirkungen. In China und Zentralasien wurden beide Arten im 3. Jahrtausend v.Chr. bereits als Medizinpflanze verwendet.

Der Medizinal Rhabarber ist unserem Gartenrhabarber ziemlich ähnlich. Seine Heimat liegt in Nordosttibet und Nordwestchina. Seine Blattstiele werden auch gerne als Kompott verwendet. Die Wuchshöhe beträgt bis zu 1,5 Meter. Der chinesische Rhabarber kann dagegen bis zu 3 Meter hoch werden. Beheimatet ist er in Burma, Südosttibet und Südwestchina. Verwendet wird bei beiden Arten die Wurzel, die geschält, anschließend getrocknet und zu einem späteren Zeitpunkt gemahlen wird.

 

Folgende Inhaltsstoffe enthält die Rhabarberwurzel:

  • Anthranoide (Anthrachinone)
  • Glykoside
  • Rheumemodins
  • Aloeemodins
  • Chrysophanols
  • Gerbstoffe

Bei folgenden Beschwerden wird das Pulver der Rhabarberwurzel angewendet:

  • Verstopfung
  • Verdauungsbeschwerden à Darmbewegungen werden simuliert
  • Stärkung des Immunsystems
  • Blutreinigende Wirkung
  • Entwässernd
  • Entschlackung
  • Appetitanregend
  • Reinigung von Leber, Darm und Galle
  • Entzündung von Zahnfleisch und Mundschleimhaut

 

Welche Nährstoffe enthält Rhabarber?

 

Nährwertangaben pro 100 g

Kalorien13
Kohlenhydrate1,3 g
Fett0,1 g
Eiweiß0,6 g
Ballaststoffe3,2 g

 

Vitamine

 

Folsäure3 µg*
Vitamin C10 mg
Vitamin K11 µg*
Biotin1 µg*
Retinoläquivalent10 µg*
ß-Carotin61µg*

*1 µg (Mikrogramm) = 0,001 mg (Milligramm)

 

Mineralstoffe und Spurenelemente

 

Kalium287 mg
Calcium66 mg
Kupfer38 µg
Chlorid60 mg
Fluorid40 µg
Mangan170 µg
Schwefel8000 µg
Magnesium11 mg
Eisen0,35 mg

 

So wird Rhabarber richtig zubereitet

 

Rhabarber kommt in unserer Küche häufig als Süßspeise daher. Von daher wird er häufig auch als Obst betitelt. Dies ist jedoch nicht korrekt, denn botanisch gesehen gehört er zum Gemüse, genauer gesagt gehört er zur Gattung der Stilgemüse.

Besonders häufig wird er zu Kompott oder Marmelade verarbeitet. Besonders beliebt ist die Erdbeer-Rhabarber Marmelade. Natürlich eignet er sich auch als fruchtiger Kuchenbelag. Ob als Blechkuchen mit Hefeteig oder Rührteig, es gibt viele Rhabarberkuchen Rezepte.

Egal was man mit Rhabarber zubereiten möchte, es werden nur die Blattstiele verwendet, nicht die Blätter. Das Gemüse enthält sogenannte Oxalsäure. Diese kommt in besonders hoher Konzentration in den Blättern vor. Zu Beginn der Verarbeitung werden die Stiele gründlich gewaschen und Erde und Schmutz befreit. Das untere Ende der Stiele wird abgeschnitten. Junger und zarter Rhabarber braucht nicht geschält werden. Bei etwas älteren und damit gröberen Stielen empfiehlt es sich vorsichtig die äußere Haut abzuziehen. Das schälen geht auch ganz einfach: An dem Ende, an dem sich die Blätter befanden, setzt man einfach ein Küchenmesser an und zieht die faserige Haut ab. Das geht eigentlich ganz einfach. Sollte die Haut zu faserig sein und das abziehen nicht funktionieren, so kann man auch mit einem Sparschäler arbeiten.

Je nach belieben können die Rhabarberstangen nun in kleinere und größere Stücke geschnitten und verarbeitet werden. Wichtig ist, dass Rhabarber nicht roh gegessen wird, sondern das er gekocht oder kurz angedünstet wird, denn bei diesem Vorgang wird auch die Oxalsäure verringert und der Rhabarber wird bekömmlicher.

 

Rhabarber anbauen

Wenn man Rhabarber selbst anbauen möchte, sollte man bedenken, dass sich die Pflanze im Laufe der zeit stark vergrößert. Dementsprechend sollte ein Platz im Garten gewählt werden, der nicht zu klein ist. Der Standort sollte sonnig, windgeschützt und damit wärmer sein. Die Beste Pflanzzeit ist der Herbst. Wobei auch das zeitige Frühjahr kein Problem dar stellt.

Durch Teilung kann die Rhabarber Pflanze ganz einfach vermehrt werden. Somit können gute Pflanzen auch an Freunde oder Bekannte verschenkt werden.

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