Der Deutsche und sein Brot

In Deutschland gibt es eine regelrechte Brotkultur. Grund genug sich einmal näher mit dieser Thematik näher zu beschäftigen und einen Überblick über die verschiedenen Brotarten zu verschaffen.

0 229
Brot gehört zu den Grundnahrungsmitteln. Während es grundsätzlich nur zwei verschiedene Brotarten gibt, existieren zahlreiche verschiedene Brotsorten. Verkauft wird das leckere Grundnahrungsmittel so gut wie überall. Im Supermarkt gibt es abgepacktes Brot oder Brot aus dem Backautomaten, in der Bäckerei liegen frische und gut duftende Laibe und natürlich kann Brot auch selber gebacken werden.

 

Wissenswertes rund um das begehrte Backwerk

Obwohl der Mensch seit mehr als 10.000 Jahren Getreide anbaut, ist das Brot, so wie du es heute kennst, um viele Jahre jünger. Zuerst wurden nur die gerösteten Getreidekörner als Nahrung genutzt. Danach wurde Getreide in Wasser gekocht und als Brei gegessen. Danach verging noch eine ganze Weile, bis dieser Getreidebrei auf heißen Steinen am Feuer gebacken bzw. gegart wurde und als Fladenbrot ein neues Nahrungsmittel war.

Die alten Ägypter liebten Brot und kannten zu damaligen Zeiten schon mehr als 30 Brotsorten. So kam das Brot von dort aus nach Rom, wo es erstmals im großen Stil gebacken wurde. Mit dem Untergang des römischen Reichs ging auch das Brot unter. In Europa wurde es die Speise der reichen und adeligen Leute, denn niemand sonst mehr konnte sich einen Laib Brot leisten. Erst nach dem dreißigjährigen Krieg kehrte das Grundnahrungsmittel auch wieder in die Häuser der Armen zurück.

Wusstest du, dass durchschnittlich jeder Mensch in Deutschland 85 kg Brot isst? Vor mehr als 100 Jahren war der Verbrauch noch viel höher, denn da waren es ca. 140 Kilogramm.

 

Brotarten

Es gibt zwei verschiedene Brotarten, aus denen sich schließlich sehr viele unterschiedliche Brotsorten backen und herstellen lassen.

Gesäuertes Brot: Gesäuertes Brot wird mithilfe von sogenannten Triebmitteln gebacken. Triebmittel für Brot sind unter anderem Hefe oder Sauerteig. Gesäuerte Brote haben eine lockere Konsistenz. In der Regel wird Hefe als Triebmittel beim Backen von Weizenbrot verwendet. Für Roggen- oder Roggenmischbrote verwendet man Sauerteig und Hefe.

Ungesäuertes Brot: Ungesäuertes Brot wird ohne Triebmittel als Zusatz gebacken. Seine Konsistenz ist nicht so locker und du kennst es unter anderem als Fladenbrot.

 

Grundzutaten im Brot

Auch wenn es zahlreiche Sorten gibt, sind die Grundzutaten für ein Brot sehr gut überschaubar. Im Prinzip brauchst du nur Mehl, Wasser und ein Triebmittel, um dir dein eigenes Brot zu backen. Damit du nicht ganz auf den Geschmack verzichten musst, sollte in keinem Brot Salz fehlen. Das Triebmittel ist wichtig, damit das Brot schön locker wird. Je nachdem, welches Triebmittel zum Backen verwendet wird, muss der Teig vor dem Backen aufgehen, oder das Brot wird direkt beim Backen schön groß und bekommt seine typische Form.

Während das Grundrezept aus nur vier verschiedenen Zutaten besteht, können daraus viele verschieden Sorten gebacken werden, denn es gibt noch zahlreiche andere Zutaten und tolle Gewürze, mit denen sich Brote verfeinern lassen. Neben diesen herzhaften Brotsorten kannst du auch süße Brote, Milchbrötchen und viele andere Köstlichkeiten aus dem Grundteig zubereiten.

Bekannte Brotsorten

In Deutschland gibt es mehr als 300 verschiedene Brotsorten. Natürlich gibt es auch Klassiker, die besonders häufig gekauft werden und die zu den bekanntesten Sorten gehören. Das sind unter anderem die folgenden Sorten:

Weizen- oder Weizenmischbrot: Erkennen kannst du ein Weizenbrot an seiner relativ hellen Farbe. Damit ein Weizenbrot sich Weizenbrot nennen darf, muss der Weizenmehlanteil mindesten 90 % betragen. Ein Weizenmischbrot besteht durchschnittlich aus 50 – 90 % Weizenmehl. Weizenbrot ist auch als Weißbrot bekannt und kann auch in Kombination mit Milch oder Milchprodukten gebacken werden. Dann kennst du diese Brotsorte vielleicht als Milchbrot, Milchbrötchen oder Zopf. Weizenbrote sind leicht verdaulich und haben einen milden Geschmack.

Roggen – oder Roggenmischbrot: Roggenbrote und Roggenmischbrote kannst du an ihrer dunklen Farbe erkennen und sofort von einem Brot aus Weizen unterscheiden. Das Roggenbrot besteht zu 90 % aus Roggenmehl, während beim Roggenmischbrot noch 50 – 90 % Roggenmehl verwendet werden. Zum Backen von diesen Broten wird Sauerteig oder Hefe und Sauerteig verwendet. Das Brot liefert dir viele Vitamine und Nährstoffe. Wenn du beim Kauf auf eine besonders dunkle Kruste achtest, dann hat das Brot besonders viele Nährstoffe.

Spezialbrote: Zu den Spezialbroten gehören die Brotsorten, die entweder auf eine besondere Weise gebacken werden, oder besondere Zutaten enthalten. Zu den Spezialbroten gehören unter anderem:

  • Diätische Brote: Eiweißarme Brote, Diabetiker Brote, Glutenfreie Brote, Natriumarme Brote, Vitaminreiche Brote
  • Besondere Backverfahren: Steinofenbrot, Dampfkammerbrot, Holzbrot
  • Besondere Getreidesorten: Dreikornbrot, Vierkornbrot, Fünfkornbrot, Vollkornbrot und Getreidesorten wie Gerste-, Hafer-, Hirse-, Mais-, Buchweizen- oder Dinkelbrot
  • Veränderte Nährwerte: Eiweißbrot, Ballaststoffbrot
  • Besondere pflanzliche Zugaben: Rosinen-, Soja-, Kleie-, Kartoffel-, Gewürz-, Leinsamen-, Malz- und Weizenkeimbrot
  • Besondere tierische Zugaben: Milch-, Kefir-, Molke-, Quark-, Sauermilch-, Butter-, Joghurt-, Milcheiweißbrot

 

Roggen – und Roggenmischbrote

Bauernbrot und LandbrotZu den bekannten Roggenbroten gehören das Bauernbrot und das Landbrot. Die Brote können als Roggen – oder als Roggenmischbrote gebacken werden. Die Brote werden mit Sauerteig in einer runden oder langen Laibform gebacken. Die erkennst das Brot an seiner Form, der dunklen und groben Kruste und an seiner bemehlten Oberfläche. 

Berliner Landbrot: Das Berliner Landbrot ist nicht ganz so bekannt, gehört aber auch zu den beliebten Brotsorten. Du kannst es als Roggen – oder Roggenmischbrot kaufen. Es hatte eine bemehlte und glatte Oberfläche und wird ebenfalls mit Sauerteig gebacken.

Kommisbrot: Hierbei handelt es sich um ein Roggen- bzw. Roggenmischbrot, das aus Roggen und Weizen gebacken wird. Es wird mit Sauerteig und Hefe zubereitet. Es kann in einer Kastenform, oder als angeschobenes Brot gebacken werden. Angeschobenes Brot bedeutet, dass die Leibe beim Backen so dicht wie möglich nebeneinander gelegt werden, wodurch sie eine höhere und schmalere Form bekommen. Das Kommisbrot überzeugt dich durch eine dunkle Kruste und seinen kräftigen Geschmack.

Frankenlaib: Dieses Brot wird nicht in der Form, sondern als runder Laib gebacken. Es ist ein Roggenmischbrot mit einer mehligen Kruste.

Kasseler Brot: Dieses Brot kannst du in jeder Bäckerei kaufen. Ursprünglich stammt dieses Brot aus Kassel und besteht zu etwas 2/3 aus Weizen und zu 1/3 aus Roggen. Zum Backen verwendet man Hefe und Sauerteig. Im Vergleich zu anderen Brotsorten wird das Kasseler Brot nur mit Salz gewürzt. Das Brot wird ohne Form gebacken und hat eine längliche Form.

Heidebrot: Das Roggenmischbrot hat eine lange Form und einen kräftigen Geschmack. Wenn es bemehlt ist, dann nur an den Seiten.

Paderborner Landbrot: Dieses Brot kannst du nicht nur in der Bäckerei kaufen, sondern bekommst es auch als abgepacktes Brot in fast allen Supermärkten. Das Roggenmischbrot hat einen kräftigen Geschmack und ist lange haltbar. Es wird entweder in einer Kastenform oder angeschoben gebacken.

Mangbrot: Das Brot wird in speziellen Kastenformen oder angeschoben gebacken. Es besteht zu 2/3 aus Roggenmehl und zu 1/3 aus Weizenmehl. Es wird mit Sauerteig und Hefe gebacken. Ähnlich wie beim Kasseler Brot wird nur Salz als Gewürz verwendet.

Bayerisches Hausbrot: Hierbei handelt es sich um ein Roggenmisch- und Weizenmischbrot, bei dem zum Backen Sauerteig verwendet wird. Du kannst es in einer länglichen oder runden Form kaufen. Es hat einen leicht säuerlichen Geschmack und eine glänzende, mehlige Kruste.

Schlüterbrot: Das Schlüterbrot ist zwar ein Roggenmischbrot, gehört aber gleichzeitig auch zu den Spezialbroten, da es ungefähr 25 % Schlütermehl enthält. Das Roggenmischbrot ist leicht verdaulich.

Weizen- und Weizenmischbrote

Zu den Weizen- bzw. Weißbroten gehören unter anderem:

Deutsches Weißbrot: Das Brot wird ohne Form, also freigeschoben, gebacken. Es hat meist eine längliche Form und nur eine mittelstarke Kruste. Du kannst es unter anderem an der Form und seiner hellen Farbe erkennen.

Kastenweißbrot: Dieses Weizenbrot wird in der Kastenform gebacken, wodurch es auch seine Form bekommt. Ansonsten wird es wie das deutsche Weißbrot zubereitet.

Kaviarbrot: Das Kaviarbrot ist lang und schmal. Du kannst es nicht nur an der besonders schlanken Form, sondern auch an den schrägen Schnitten in der Kruste erkennen.

Baguette: Hat ebenfalls eine lange und schmale Form. Es hat eine knackige Kruste und ist auch als Pariser Weißbrot bekannt. Es überzeugt dich durch seinen aromatischen Geschmack.

Fladenbrot: Ein Fladenbrot erkennst du auf den ersten Blick. Es ist rund und flach und hat eine eher weiche Kruste. Du kannst es auch mit Sesam drauf kaufen. Fladenbrot enthält oft einen gewissen Anteil Olivenöl.

Ciabatta: Ciabatta ist flach und hat eine eckige bzw. fast rechteckige Form. Es wird aus Weizenmehl, Olivenöl, Wasser und Salz gebacken. Als Triebmittel wird bei Ciabatta Hefe verwendet.

 

In der Kategorie Weizenmischbrote findest du die folgenden Brotsorten:

Schwarzwälder Brot: Das Brot wird als runder oder länglicher Laib gebacken. Die Kruste ist kräftig und mit Mehl bestäubt. Es überzeugt dich durch den milden Geschmack.

Französisches Landbrot: Das Brot wird ohne Form gebacken und du kannst es als runden oder länglichen Laib kaufen.

Stuten: Stuten werden mit Hefe gebacken. Stutengebäck unterscheidet sich eigentlich nicht durch seine Zutaten, sondern durch die verschiedenen Formen, die zum Beispiel Hefezöpfe oder Kränze haben. Bei Stuten handelt es sich in der Regel um süße Backwaren. Es gibt aber auch Ausnahmen, wie zum Beispiel den:

Münsterländer Stuten: Das Brot wird angeschoben gebacken und hat in der Kruste einen Längsschnitt.Durch das angeschobene Backen hat der Münsterländer Stuten nur oben auf dem Rücken, aber nicht an den Seiten, eine Kruste.

 

Andere Brotsorten aus Weizen und Roggen

Schrotbrote: Neben Mischbroten und Vollkornbroten bekommst du auch sogenannte Schrotbrote. Schrotbrote unterscheiden sich von Vollkorn- oder Mischbroten, denn sie enthalten durchschnittlich 90 % Schrot. Als Schrot werden die Schalenbestandteile der einzelnen Getreidesorten bezeichnet. Diese enthalten besonders viele Nährstoffe, Vitamine und Mineralstoffe. Schrotbrot ist nicht nur gesund, sondern bleibt auch lange frisch. Im Handel bekommst du Weizenschrotbrot und Roggenschrotbrot. Schwarzbrot und Pumpernickel gehören zum Beispiel zu den Roggenschrotbroten.

Toastbrot: Bei Toastbrot handelt es sich um Brot, das aus einem normalen Weizenbrotteig gebacken wird. Es enthält jedoch weitere Zutaten wie Margarine oder Butter, Milch und Zucker.

Knäckebrot: Dieses Brot ist sehr flach und trocken. Es ist knackig im Biss und dem entsprechend krümelig. Knäckebrot wird aus Vollkornschrot, Vollkornmehl oder aus Weizen- und Roggenmehl hergestellt. Dabei gibt es drei verschiedene Möglichkeiten, wie das Brot gebacken werden kann: ohne Triebmittel, mit Hefe oder mit Sauerteig.

Auch interessant: Brot richtig aufbewahrern

 

 

 

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen